Jeder Prompt, jedes generierte Bild, jedes Video läuft durch ein Rechenzentrum. Die Zahlen dahinter sind gewaltig. Die Frage ist: Was davon landet auf deiner Rechnung?
Von Claudia Büchler · 4. September 2026 · Lesezeit 6 Minuten
Die Internationale Energieagentur (IEA) hat es in ihrem Report „Energy and AI“ ausgerechnet: Rechenzentren weltweit haben 2024 rund 415 Terawattstunden Strom verbraucht – 1,5 % des globalen Stromverbrauchs. Bis 2030 erwartet die IEA rund 945 TWh, also mehr als eine Verdopplung. Haupttreiber: KI. Ein typisches KI-Rechenzentrum verbraucht laut IEA so viel Strom wie 100.000 Haushalte; die größten im Bau befindlichen Anlagen das Zwanzigfache.
Deutschland: Laut Bitkom/Borderstep lag der Strombedarf deutscher Rechenzentren 2025 bei 21,3 Milliarden kWh – 2015 waren es 12 Milliarden. Etwa zwei Drittel gehen in die IT selbst, ein Drittel in Kühlung und Infrastruktur. Die KI-Kapazität soll sich bis 2030 von 530 MW auf 2.020 MW vervierfachen – dann 40 % der gesamten deutschen Rechenzentrumsleistung.
Hier muss ich klar sein, weil ich in dem Thema viel Halbwissen lese: Der Strom für ChatGPT, Claude oder Midjourney läuft nicht über deinen Zähler. Er wird in Rechenzentren in Frankfurt, Irland, Virginia verbraucht und über den Abo-Preis der Tools auf dich umgelegt. Deine Stromrechnung steigt nicht, weil du mehr promptest.
Was auf deiner Rechnung landet, ist etwas anderes: Du arbeitest mehr von zu Hause, länger am Rechner, mit mehr Geräten. Ein Laptop-Arbeitsplatz mit zwei Monitoren kostet laut WEMAG rund 41 Euro Strom im Jahr, ein Desktop-PC mit Monitor rund 125 Euro. Wer lokale KI-Modelle auf einem Rechner mit Grafikkarte laufen lässt, liegt deutlich darüber – eine Gaming-GPU unter Volllast zieht 300 bis 450 Watt, das sind bei 4 Stunden täglich rund 500 kWh im Jahr, also 150 Euro bei 30 ct.
KI verbraucht Strom in einer Größenordnung, die die Energiewirtschaft umbaut. Für dich als Solo-Unternehmerin oder Unternehmer bedeutet das: steigende Tool-Preise, nicht steigende Stromrechnungen. Deine eigene Rechnung senkst du mit dem Tarif, dem Laptop statt Desktop und mit Bewusstsein für die Geräte, die 24/7 laufen. Der Rest ist Politik – und Standortwahl der Rechenzentren.
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Claudia BüchlerOnline-Business-Mentorin & Marketingstrategin. Ich zeige Selbstständigen, wie sie ein Online-Business aufbauen, das planbar Kunden gewinnt – und wie sie ihre Fixkosten im Homeoffice im Griff behalten. Strom ist einer davon.