„Welcher Strom ist am günstigsten?“ ist die meistgesuchte Frage – und die falsche. Die richtige: Welcher Tarif kostet über 24 Monate am wenigsten, ohne dass ich ein Risiko eingehe?
Die billigsten Tarife im Vergleich sind fast immer Bonustarife, Pakettarife oder Vorkasse-Tarife. Alle drei sehen im ersten Jahr günstig aus und haben einen Haken: Der Bonus verschwindet, das Paket passt nicht, oder dein Geld hängt an der Bonität eines Discounters. Die Insolvenzwelle 2021/2022 hat gezeigt, was das bedeutet: Kunden von Billiganbietern landeten über Nacht in der teuren Ersatzversorgung.
Stadtwerke sind selten die günstigsten, aber selten problematisch. Discounter sind oft günstiger, aber die Qualität schwankt stark. Der Mittelweg: bundesweite Anbieter mit guten Bewertungen und mehreren Jahren am Markt. Viele davon bieten Ökostrom mit Siegel zum gleichen Preis – mehr dazu.
Vergleichsportale sortieren standardmäßig nach dem Gesamtpreis im ersten Jahr – inklusive aller Boni. Genau deshalb steht ganz oben regelmäßig ein Tarif, der im zweiten Jahr teurer ist als dein aktueller. Der Preis, den du siehst, ist ein Einführungspreis, kein Dauerpreis.
Die ehrlichere Kennzahl ist der Arbeitspreis ohne Bonus. Er zeigt, was dich der Strom kostet, wenn du nach zwölf Monaten nicht sofort wieder wechselst – und die meisten Menschen wechseln nicht sofort wieder.
| Kennzahl im Rechner | Was sie wirklich aussagt |
|---|---|
| Gesamtpreis 1. Jahr | Einführungspreis inklusive Bonus. Gut zum Vergleichen, schlecht zum Planen. |
| Arbeitspreis je kWh | Die zentrale Zahl. Bestimmt deine Kosten dauerhaft. |
| Grundpreis pro Monat | Fällt bei kleinem Verbrauch stark ins Gewicht, bei großem kaum. |
| Ersparnis gegenüber Grundversorgung | Marketingzahl. Sie vergleicht mit dem teuersten denkbaren Tarif. |
Es gibt einen Grund, warum manche Anbieter deutlich unter dem Markt liegen: Sie kalkulieren knapp und kaufen Strom kurzfristig ein. Steigen die Beschaffungspreise, geraten solche Anbieter unter Druck. In der Vergangenheit haben einzelne Billiganbieter Verträge kurzfristig gekündigt oder die Belieferung eingestellt – Kunden landeten dann in der Ersatzversorgung, dem teuersten Tarif überhaupt.
Das ist kein Argument gegen günstige Tarife, aber eines für einen kurzen Blick auf den Anbieter, bevor du unterschreibst: Wie lange ist er am Markt? Wie fallen die Bewertungen zur Abrechnung aus? Gibt es Berichte über verspätete Bonusauszahlungen?
Zwölf Monate Laufzeit, Kündigungsfrist von höchstens sechs Wochen, eine Preisgarantie, die den Arbeitspreis einschließt, kein Paketkontingent, keine Vorkasse – und ein Arbeitspreis, der auch ohne Bonus deutlich unter deinem aktuellen liegt. Wer diese fünf Punkte prüft, landet selten beim absolut billigsten Angebot, aber fast immer bei einem, das im zweiten Jahr noch trägt.
Nimm deine letzte Jahresabrechnung zur Hand und vergleiche den Arbeitspreis mit dem, was Neukunden aktuell bekommen. Prüfe beim günstigsten Treffer zuerst Laufzeit und Preisgarantie.
Vergleich jetzt öffnen →Mit KI erstellt, redaktionell geprüft. Zahlen aus den Quellen oben. Wie wir arbeiten

Claudia BüchlerOnline-Business-Mentorin. Mehr über die Redaktion
Verwandte Suchbegriffe: billig strom erhalten, strombillig, stromgünstig, günstigster. Alle diese Faktoren spielen eine Rolle bei der Wahl deines optimalen Stromtarifs.