Rund 80 Prozent aller Ladevorgänge finden zu Hause statt. Genau dort entscheidet dein Stromtarif darüber, ob dich 100 Kilometer 4 Euro oder 9 Euro kosten.
Die Rechnung ist einfach: Akkukapazität in Kilowattstunden mal Strompreis. Ein typisches E-Auto mit 60 kWh Akku und einem Verbrauch von rund 18 kWh je 100 Kilometer kostet dich je nach Tarif Folgendes:
| Stromtarif | Preis je kWh | Volle Ladung (60 kWh) | 100 km | 15.000 km im Jahr |
|---|---|---|---|---|
| Grundversorgung | 31,1 ct | 18,66 € | 5,60 € | ca. 840 € |
| Guter Haushaltstarif | 24,8 ct | 14,88 € | 4,46 € | ca. 670 € |
| Günstiger Neukundentarif | 19,4 ct | 11,64 € | 3,49 € | ca. 525 € |
| Dynamischer Tarif, nachts | ab 17 ct | ab 10,20 € | ab 3,06 € | ab ca. 460 € |
| Öffentliche Schnellladesäule | 50–79 ct | 30–47 € | 9–14 € | 1.350–2.100 € |
Beim Laden entstehen zusätzlich Ladeverluste von etwa 10 bis 15 Prozent. Sie sind in den Werten oben nicht enthalten. Rechne also grob ein Zehntel auf deine Kosten drauf.
Kurz: meistens nicht. Viele Anbieter bewerben eigene Autostrom-Tarife, doch der entscheidende Punkt ist nicht das Etikett, sondern der Arbeitspreis je Kilowattstunde. Ein guter normaler Haushaltstarif schlägt einen mittelmäßigen Autostrom-Tarif fast immer.
| Variante | Für wen | Bewertung |
|---|---|---|
| Normaler Haushaltstarif | Fast alle E-Auto-Fahrer | Standard. Ein Zähler, ein Vertrag, niedriger Arbeitspreis. Einfach den Jahresverbrauch um den Ladestrom erhöhen. |
| Autostrom mit separatem Zähler | Wer sehr viel lädt und einen zweiten Zählpunkt hat | Reduzierte Netzentgelte möglich, dafür Kosten für Zähler und Einbau. Rechnet sich erst bei hohem Verbrauch. |
| Dynamischer Tarif | Wer nachts oder mittags laden kann | Größtes Sparpotenzial, aber Smart Meter nötig und Preisrisiko. Details |
| Ökostrom fürs E-Auto | Alle, denen die Bilanz wichtig ist | Kostet in der Regel nicht mehr. Nur mit Siegel sinnvoll – Siegel-Vergleich |
Beides funktioniert, aber nicht gleich gut.
| Haushaltssteckdose | Wallbox 11 kW | |
|---|---|---|
| Ladeleistung | ca. 2,3 kW | 11 kW |
| 60 kWh laden | rund 26 Stunden | rund 6 Stunden |
| Anschaffung | 0 € | Gerät plus Installation durch eine Fachkraft |
| Dauerbelastung | Steckdose und Leitung sind dafür nicht ausgelegt | Dafür gebaut, mit Fehlerstromschutz |
| Anmeldung | keine | beim Netzbetreiber, ab 12 kW genehmigungspflichtig |
Die ehrliche Einordnung: Wer täglich kurze Strecken fährt und über Nacht zwölf Stunden Zeit hat, kommt mit der Steckdose zurecht – als Dauerlösung ist sie aber nicht gedacht, weil die Leitung über viele Stunden nahe an ihrer Grenze läuft. Wer regelmäßig lädt, sollte eine Wallbox von einer Elektrofachkraft installieren lassen. Förderprogramme wechseln häufig und laufen je nach Bundesland unterschiedlich; erkundige dich vor dem Kauf bei deinem Netzbetreiber und deiner Kommune.
Ein E-Auto ist der ideale Kandidat für einen dynamischen Stromtarif, weil du den Ladezeitpunkt fast frei wählen kannst. Nachts und an sonnigen Mittagen liegt der Börsenpreis regelmäßig deutlich unter dem Festpreis-Niveau. Wer sein Auto über Nacht in dieser Zeit lädt, senkt seine Ladekosten spürbar.
Voraussetzung ist ein intelligentes Messsystem – ein Smart Meter. Ohne das gibt es keinen dynamischen Tarif. Und es bleibt ein Restrisiko: In Dunkelflauten steigen die Börsenpreise, eine Preisgarantie gibt es nicht.
→ Dynamische Stromtarife im Detail
Bei 15.000 Kilometern und einem Verbrauch von 18 kWh je 100 Kilometer sind es rund 2.700 kWh, mit Ladeverlusten etwa 3.000 kWh. Das entspricht ungefähr dem Jahresverbrauch eines Drei-Personen-Haushalts – dein Stromverbrauch verdoppelt sich also unter Umständen.
Nur bei hohem Ladebedarf. Der zweite Zählpunkt bringt reduzierte Netzentgelte, kostet aber Einbau und jährliche Messgebühr. Rechne beides gegeneinander, bevor du dich entscheidest – bei durchschnittlicher Fahrleistung ist ein guter Haushaltstarif meist günstiger.
Ja, und das ist die günstigste Variante überhaupt, weil du den vollen Netzpreis sparst. Voraussetzung ist, dass du tagsüber lädst oder einen Speicher hast. Mehr dazu auf unserer Seite zu Solarstrom.
Über einen normalen Stromvergleich – mit deinem Jahresverbrauch inklusive Ladestrom. Filter setzen wie im Stromvergleich-Ratgeber beschrieben: Bonus ausblenden, zwölf Monate Laufzeit, Preisgarantie.
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Wie lange dauert Laden wirklich – nach Ladeleistung und Akkugröße.
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Claudia BüchlerOnline-Business-Mentorin. Mehr über die Redaktion