Die Frage ist nicht, welche Ladekarte die günstigste ist. Die Frage ist, wie oft du überhaupt öffentlich lädst – daran entscheidet sich alles.
| Modell | Grundgebühr | Preis je kWh | Passt zu |
|---|---|---|---|
| Karte ohne Grundgebühr | keine | höher | Gelegenheitsladern, die überwiegend zu Hause laden |
| Tarif mit Grundgebühr | monatlich | niedriger | Vielfahrern ohne eigene Wallbox |
| Anbieter-eigene App | meist keine | günstig im eigenen Netz, teuer außerhalb | Wer immer dieselben Säulen nutzt |
Die Rechnung ist simpel: Grundgebühr mal zwölf gegen die jährliche Ersparnis beim Arbeitspreis. Wer im Jahr 400 Kilowattstunden öffentlich lädt und mit einem Grundgebühr-Tarif 10 Cent je Kilowattstunde spart, spart 40 Euro – eine Grundgebühr von 5 Euro im Monat kostet 60 Euro. Das Modell rechnet sich also nicht.
| Dein Profil | Empfehlung |
|---|---|
| Wallbox zu Hause, selten unterwegs | Eine Karte ohne Grundgebühr als Notfalloption. Mehr brauchst du nicht. |
| Keine Wallbox, Laternenparker | Tarif mit Grundgebühr beim Betreiber mit den meisten Säulen in deiner Nähe |
| Pendler mit fester Strecke | Karte des Betreibers entlang der Route, plus eine Zweitkarte für Roaming |
| Vielfahrer auf Langstrecke | Ein Schnelllade-Tarif mit reduziertem DC-Preis; Grundgebühr rechnet sich hier meist |
Roaming-Aufschlag. Der Preis pro Kilowattstunde gilt oft nur im eigenen Netz. Außerhalb kommt ein Aufschlag dazu – das ist die häufigste Überraschung auf der Abrechnung.
Blockiergebühr. Ab einer bestimmten Standzeit pro Minute. Steht meist im Kleingedruckten und unterscheidet sich zwischen AC und DC.
Startgebühr. Ein fester Betrag pro Ladevorgang. Bei kurzen Ladungen verteuert das den Kilowattstundenpreis massiv.
Mindestabrechnung. Manche Betreiber rechnen eine Mindestmenge ab, auch wenn du weniger geladen hast.
Die konkreten Beträge ändern sich häufig und unterscheiden sich je Betreiber. Wir nennen hier bewusst keine Anbieterpreise, weil sie schneller veralten, als wir sie aktualisieren könnten – zieh die aktuelle Preisliste des Anbieters heran, bevor du dich bindest.
Die Entscheidung lässt sich in einer Zeile treffen. Du brauchst nur zwei Zahlen: wie viele Kilowattstunden du im Jahr öffentlich lädst und wie groß der Preisunterschied zwischen den beiden Tarifen ist.
| Öffentlich geladen | Ersparnis bei 10 ct/kWh | Grundgebühr 5 €/Monat | Ergebnis |
|---|---|---|---|
| 200 kWh | 20 € | 60 € | 40 € Verlust |
| 400 kWh | 40 € | 60 € | 20 € Verlust |
| 600 kWh | 60 € | 60 € | Nulllinie |
| 1.200 kWh | 120 € | 60 € | 60 € Gewinn |
Die Schwelle liegt in diesem Beispiel bei 600 Kilowattstunden im Jahr – das entspricht etwa 3.300 Kilometern, die du ausschließlich öffentlich lädst. Wer eine Wallbox zu Hause hat, kommt selten dorthin.
Karten ohne Grundgebühr gibt es von mehreren Anbietern. Kostenlos ist die Karte, nicht der Strom – der Preis je Kilowattstunde liegt bei diesen Tarifen in der Regel über dem von Grundgebühr-Modellen.
Neuere Ladepunkte müssen eine Ad-hoc-Zahlung mit gängigen Karten anbieten. Bequem ist das, günstig meist nicht. Eine Karte ohne Grundgebühr im Handschuhfach kostet nichts und spart im Ernstfall.
Halter reiner Elektrofahrzeuge können die eingesparten Treibhausgasemissionen über Vermittler verkaufen und erhalten dafür eine jährliche Prämie. Die Höhe schwankt stark mit dem Marktpreis der Quote. Das ist unabhängig von der Ladekarte – prüfe die aktuellen Konditionen bei den Anbietern.
Postleitzahl und Jahresverbrauch eingeben, Filter wie in diesem Ratgeber setzen, Tarif wählen. Der neue Anbieter kündigt für dich. Der Haushaltstarif entscheidet über den größeren Teil deiner Ladekosten.
Jetzt Tarife vergleichen →Stand: September 2026. Grundgebühren, Arbeitspreise und Roaming-Aufschläge ändern sich laufend. Wir nennen bewusst keine Anbieterpreise – zieh die aktuelle Preisliste heran.
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Claudia BüchlerOnline-Business-Mentorin. Mehr über die Redaktion