Die Antwort hängt an drei Zahlen: Akkugröße, Ladeleistung und wie voll der Akku schon ist. Der Rest ist Physik – und ein Ladekabel, das oft langsamer ist als die Säule.
Ladezeit in Stunden = zu ladende Kilowattstunden geteilt durch die Ladeleistung in Kilowatt. Willst du einen 60-kWh-Akku von 20 auf 80 Prozent laden, sind das 36 kWh. An einer 11-kW-Wallbox ergibt das rechnerisch gut drei Stunden.
Zwei Korrekturen musst du einrechnen: Ladeverluste von etwa 10 bis 15 Prozent, die als Wärme verloren gehen, und die Tatsache, dass die tatsächliche Ladeleistung fast nie dem Maximalwert entspricht.
Beispiel: 60-kWh-Akku, geladen von 10 auf 80 Prozent, also 42 kWh.
| Ladepunkt | Ladeleistung | Rechnerisch | Realistisch |
|---|---|---|---|
| Haushaltssteckdose (Schuko) | ca. 2,3 kW | ca. 18 h | etwa 20 h |
| Wallbox einphasig | 3,7 kW | ca. 11 h | etwa 12–13 h |
| Wallbox zweiphasig | 7,4 kW | ca. 6 h | etwa 6–7 h |
| Wallbox dreiphasig | 11 kW | ca. 4 h | etwa 4–5 h |
| Wallbox 22 kW | 22 kW | ca. 2 h | nur wenn das Auto es kann |
| DC-Schnelllader | 50 kW | ca. 50 min | etwa 60 min |
| DC-Highpower | 150–350 kW | 15–25 min | je nach Ladekurve |
1. Die Ladekurve. Schnellladen ist nur zwischen etwa 10 und 80 Prozent schnell. Darüber drosselt das Batteriemanagement stark, um die Zellen zu schonen. Die letzten 20 Prozent können an der Schnellladesäule länger dauern als die ersten 60. Deshalb geben Hersteller Ladezeiten meist als „10 auf 80 Prozent" an.
2. Die Temperatur. Ein kalter Akku nimmt weniger Leistung auf. Im Winter kann sich die Schnellladezeit spürbar verlängern, wenn die Batterie nicht vorkonditioniert ist. Viele Fahrzeuge heizen den Akku automatisch vor, wenn du eine Ladesäule ins Navi eingibst – nutze das.
3. Der Hausanschluss. Zu Hause teilst du dir die Leistung mit allem anderen. Läuft parallel der Backofen, regelt ein Lastmanagement die Wallbox herunter.
4. Das Ladekabel. Ein einphasiges Kabel begrenzt auf 3,7 kW, auch an einer 11-kW-Wallbox.
Die spannendere Frage als „Wie lange dauert eine volle Ladung?" ist: „Wie viel muss ich überhaupt nachladen?" Die meisten Menschen fahren am Tag zwischen 30 und 50 Kilometer. Bei 18 Kilowattstunden Verbrauch je 100 Kilometer sind das 5 bis 9 Kilowattstunden – eine Menge, die selbst die Haushaltssteckdose in drei bis vier Stunden schafft.
Daraus folgt eine einfache Alltagsregel: Du lädst nicht das Auto voll, du lädst den Tag nach. Wer das verinnerlicht, braucht weder Schnellladesäule noch 22-kW-Wallbox.
| Tagesstrecke | Nachzuladen | Schuko 2,3 kW | Wallbox 11 kW |
|---|---|---|---|
| 30 km | ca. 6 kWh | rund 3 h | etwa 35 min |
| 50 km | ca. 10 kWh | rund 5 h | etwa 55 min |
| 100 km | ca. 20 kWh | rund 10 h | etwa 2 h |
| 200 km | ca. 40 kWh | zu lang für eine Nacht | etwa 4 h |
Interessant wird die Ladeleistung erst, wenn du an mehreren Tagen hintereinander lange Strecken fährst oder wenn du das Auto tagsüber nur kurz an der Steckdose hast. Für alle anderen entscheidet nicht die Ladegeschwindigkeit über die Kosten, sondern der Preis je Kilowattstunde.
Mit rund 2,3 kW dauert eine Ladung von 10 auf 80 Prozent bei einem 60-kWh-Akku etwa 20 Stunden. Für Vielfahrer ist das keine Dauerlösung – für jemanden, der täglich 30 Kilometer fährt, reicht es über Nacht problemlos.
Gelegentliches Schnellladen ist unkritisch. Wer ausschließlich mit hoher Leistung lädt und den Akku regelmäßig auf 100 Prozent bringt, belastet die Zellen stärker. Die Herstellerempfehlung lautet meist: im Alltag auf 80 Prozent laden, langsam zu Hause, volle Ladung nur vor langen Fahrten.
Meist wegen der Ladekurve oberhalb von 80 Prozent, wegen kalter Batterie oder weil das Fahrzeug oder das Kabel weniger Phasen nutzt als die Säule anbietet.
Nimm deine letzte Jahresabrechnung zur Hand und vergleiche den Arbeitspreis mit dem, was Neukunden aktuell bekommen. Für das Ergebnis zählt der Arbeitspreis, nicht die Ladeleistung.
Vergleich jetzt öffnen →Stand: September 2026. Ladeleistungen und Ladekurven unterscheiden sich je Fahrzeugmodell. Maßgeblich sind die Angaben deines Herstellers.
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Claudia BüchlerOnline-Business-Mentorin. Mehr über die Redaktion