Gratis-Ladepunkte gibt es weiterhin – aber sie sind seltener geworden, meist zeitlich begrenzt und praktisch nie die Grundlage deiner Ladestrategie.
| Ort | Typische Bedingung | Einschätzung |
|---|---|---|
| Supermärkte und Discounter | während des Einkaufs, oft 30–60 Minuten | Praktisch als Mitnahmeeffekt, nicht planbar |
| Möbelhäuser und Baumärkte | Parkdauer begrenzt | Meist AC, entsprechend wenig Reichweite pro Stopp |
| Hotels und Restaurants | für Gäste | Sinnvoll auf Reisen, oft Anmeldung nötig |
| Autohäuser der eigenen Marke | für Kunden | Unregelmäßig verfügbar |
| Arbeitgeber | Ladepunkt am Betriebsgelände | Der größte Hebel, wenn vorhanden |
| Kommunale Ladepunkte | teils Freistunden, oft mit Parkgebühr | Regional sehr unterschiedlich |
Zeitlimit. Meist ist nach 30 bis 60 Minuten Schluss, danach greifen Gebühren oder das Laden wird abgebrochen.
Geringe Leistung. Viele Gratis-Ladepunkte laden mit 11 oder 22 kW Wechselstrom. In einer halben Stunde kommen damit grob 5 bis 10 Kilowattstunden in den Akku – gut für 30 bis 55 Kilometer.
Parkgebühr getrennt. Der Strom ist frei, der Parkplatz nicht immer.
Registrierung. Oft brauchst du trotzdem eine App oder Kundenkarte.
Unterm Strich: Kostenloses Laden ist ein netter Bonus, aber keine Strategie. Wer 3.000 Kilowattstunden im Jahr braucht, deckt darüber realistisch einen kleinen Teil.
Das ist der einzige Fall, in dem kostenloses Laden wirklich ins Gewicht fällt: Wer an fünf Tagen pro Woche am Arbeitsplatz lädt, deckt damit einen großen Teil seines Bedarfs. Steuerlich ist das kostenfreie Laden von Elektrofahrzeugen beim Arbeitgeber in Deutschland begünstigt – die konkrete Ausgestaltung und die geltenden Fristen solltest du mit deinem Steuerberater oder deiner Personalabteilung klären, da sich die Regelungen mehrfach geändert haben.
Rechnen wir es einmal durch, statt es zu behaupten. Angenommen, du lädst zweimal pro Woche 45 Minuten an einem 11-kW-AC-Ladepunkt beim Einkaufen. Das sind pro Ladung rund 8 Kilowattstunden.
| Häufigkeit | kWh im Jahr | Gegenwert bei 22 ct | Anteil am Jahresbedarf* |
|---|---|---|---|
| 1× pro Woche | ca. 416 | rund 92 € | etwa 14 % |
| 2× pro Woche | ca. 832 | rund 183 € | etwa 28 % |
| Täglich beim Arbeitgeber | ca. 2.080 | rund 458 € | etwa 69 % |
* bezogen auf 3.000 kWh Jahresbedarf bei 15.000 km.
Die Tabelle zeigt zwei Dinge. Erstens: Gelegentliches Gratis-Laden bewegt sich in derselben Größenordnung wie ein Tarifwechsel – und der kostet dich einmal fünf Minuten statt zweimal wöchentlich einen Umweg. Zweitens: Nur das tägliche Laden beim Arbeitgeber ist ein echter Gamechanger.
Mehrere Lade-Apps und Karten filtern nach kostenlosen Ladepunkten. Die Angaben sind allerdings nicht immer aktuell, weil Betreiber ihre Konditionen ändern – prüfe vor Ort oder in der Betreiber-App.
Der Strom ja, das Drumherum nicht immer. Achte auf Parkgebühren, Blockiergebühren nach Ablauf der Freizeit und darauf, ob eine kostenpflichtige Mitgliedschaft vorausgesetzt wird.
Wer pro Woche zweimal 8 kWh gratis lädt, kommt auf rund 830 kWh im Jahr. Bei 22 ct Haushaltsstrom entspricht das etwa 180 Euro. Ein Tarifwechsel bringt bei 3.000 kWh Jahresbedarf oft mehr.
Postleitzahl und Jahresverbrauch eingeben, Filter wie in diesem Ratgeber setzen, Tarif wählen. Der neue Anbieter kündigt für dich. Gratis-Ladungen ersetzen keinen guten Tarif, sie ergänzen ihn.
Jetzt Tarife vergleichen →Stand: September 2026. Ob ein Ladepunkt kostenlos ist, kann sich kurzfristig ändern. Prüfe die Konditionen in der App des Betreibers, bevor du hinfährst.
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Claudia BüchlerOnline-Business-Mentorin. Mehr über die Redaktion